Article in yearbook 2017

General Development Economic Development of the Agricultural Machinery Industry

Abstract:

In 2017, the agricultural machinery industry in Germany increased its turnover by 10 percent to 7.9 billion euros. For 2018, the VDMA expects stable growth.

Long version

Die konjunkturelle Entwicklung der Landtechnikindustrie

Im Jahr 2017 konnte die Landtechnikindustrie am Standort Deutschland ihren Umsatz um 10 Prozent auf gut 7,9 Milliarden Euro steigern. Für 2018 rechnet der VDMA mit einem stabilen Wachstum.

             Values in million Euro

             Source: VDMA Agricultural Machinery Association

 

Bild 1: Umsatz aus der Produktion am Standort Deutschland

Figure 1: Turnover of the Agricultural Machinery Industry in Germany

 

Ausgangsbasis für den Aufschwung im Jahr 2017 war zunächst ein allgemeiner Nachholbedarf, der auf eine lange Phase der Zurückhaltung folgte. Die wichtigsten Treiber waren eine deutlich verbesserte Lage auf den Milchmärkten sowie währungsbedingte Wettbewerbsvorteile der europäischen Landwirtschaft, dabei wiederum insbesondere der Milchindustrie. Entsprechend haben 2017 zunächst vor allem die milchnahen Produktsegmente einen deutlichen Beitrag zur Erholung geleistet.

Die Hauptursache des unerwartet starken Wachstums ist allerdings externer Natur: Im Segment der Traktoren, das wertmäßig den größten Anteil am Branchenumsatz ausmacht, führte eine ab Januar 2018 gültige EU-Verordnung, die sogenannte Mother Regulation, zum Jahresende europaweit zu einem außergewöhnlich hohen Anstieg der Tageszulassungen: Während in Frankreich und Italien Zuwächse von 107 beziehungsweise 118 Prozent verzeichnet wurden, kletterte die Zulassungskurve in Deutschland und Österreich um sagenhafte 293 beziehungsweise 312 Prozent nach oben. Dabei handelt es sich um Händlerzulassungen, die zwar noch nicht beim Kunden endverkauft, aber schon als Umsatz verbucht sind.

Dieser externe Effekt ist im Jahr 2018 als wichtiger Bremsfaktor zu beurteilen. Denn die betroffenen Maschinen stehen beim Händler für den Endverkauf in 2018 noch zur Verfügung und müssen zunächst (vermutlich durch entsprechend gute Angebote) abverkauft werden. Als Zulassungen und als Umsatz beim Hersteller tauchen die Endverkäufe dann nicht noch einmal auf. Daher werden die Zulassungen und die Umsätze in den ersten Monaten niedriger ausfallen, als es die Investitionsplanungen der Landwirte, die sich auf Endverkäufe beziehen, vermuten lassen würden.

Das Investitionsklima in Deutschland und Europa ist derweil laut Umfragen, trotz wieder sinkender Milchpreise (lag der Kieler Rohstoffwert im September 2017 noch bei guten 42 Cent/kg, erreichte er im Januar 2018 nur noch einen Wert von 29 Cent/kg) und einem signifikant aufwertenden Euro (in den letzten 12 Monaten wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar um 16 Prozent auf), nach wie vor gut.

So profitieren die Landwirte, insbesondere in milchwirtschaftlich geprägten Regionen, vorerst von einer deutlich verbesserten Liquiditätslage. Das Investitionsverhalten weist erfahrungsgemäß eine signifikante Korrelation mit der Einkommensentwicklung im vorangegangenen Jahr und den zurückliegenden drei Jahren auf. Im europäischen Durchschnitt ist das Einkommen laut ersten Schätzungen von Eurostat im Jahr 2017 um 8 Prozent und somit in den vergangenen drei Jahren um 2 Prozent gestiegen.

Als weitere Stütze dient das europäische Ausland. Das globale Marktvolumen ist 2017 real schätzungsweise um 4 Prozent angestiegen. 2018 dürfte der Anstieg, anders als in Europa, aller Voraussicht nach ähnlich hoch ausfallen.

Die positivsten Entwicklungen ergeben sich 2017 für Russland, Indien und Südamerika. Die zwei großen Märkte EU und China liegen 2017 ebenfalls im Plus. Russland, Indien und Brasilien scheinen ihren Höhepunkt jedoch mittlerweile bereits erreicht zu haben, wobei sich Russland und Indien voraussichtlich auf weiterhin verhältnismäßig hohem Wachstumsniveau halten werden können, während der brasilianische Markt seit Sommer wieder im Minus liegt. Die Aussichten für die Türkei sind trotz staatlicher Unterstützung und steigender Ernteerträge ebenfalls eher gedämpft. Auf der anderen Seite scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der US-Markt aus der tiefen Rezession der letzten Jahre herauskommt. Europa befindet sich bereits mitten im Aufschwung. In Japan scheint die Talsohle ebenfalls überwunden zu sein und China dürfte sich weiter auf gutem Wachstumsniveau stabilisieren.

Keywords:
agricultural machinery market, agricultural income, market development, tractor sales, agricultural commodity prices, economic development, agricultural conditions
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Recommended form of citation:
Nonnenmacher, Philip: Economic Development of the Agricultural Machinery Industry. In: Frerichs, Ludger (Hrsg.): Jahrbuch Agrartechnik 2017. Braunschweig: Institut für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge, 2018. – pp. 1-3

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